Geschichte


50 Jahre Meiendorfer Sportverein - Vorgeschichte

Der 2. Weltkrieg war auch an den Meiendorfer Bürgern nicht spurlos vorbeigegangen. Durch die in den Nachkriegswirren hinzugewanderten Neubürger bekam auch das früher dörfliche Meiendorf nun ein anderes Gesicht.

In Hamburg und somit auch in Rahlstedt regierte die englische Besatzungsmacht. Zivilangestellte, die teilweise in Meiendorf wohnten und bei der GCLO in Rahlstedt arbeiteten, hatten eine Art Betriebsfußballmannschaft gegründet und wollten gern in einem Verein dem runden Leder nachjagen.

So kam ihnen der Aufruf der vier Meiendorfer Rudi Joschko, Paul Frank, Hans Gehrke und Walter Normann gerade recht und viele neue Spieler schlossen sich bei der Gründung sofort dem Meiendorfer SV an.

Wenn man nach den Gründern des Meiendorfer Sportvereins sucht, stößt man - wie vorher schon erwähnt - zunächst auf unser leider inzwischen verstorbenes Ehrenmitglied Rudolf Joschko. Er, Paul Frank, Hans Gehrke und Walter Normann waren die Initiatoren zur Gründung des Vereins.

Natürlich ist es nicht möglich und bekannter­ maßen ja auch nicht ausreichend, wenn vier Männer einen Verein gründen wollen. Es musste also geworben werden. Mit den damals doch recht primitiven Mitteln malte man eigenhändig Schilder, hängte die damaligen im Ortskern von Meiendorf aus und warb damit Mitglieder für einen zu gründen­ den Sportverein Doch lassen wir Rudi Joschko selbst sprechen, der uns vor zehn Jahren zum 40jähri gen Bestehen folgendes Gedicht übergab:

Vier junge Leute hier am Ort,
die sehnten sich so sehr nach Sport
Rudi Joschko hatte die Idee,
weil's juckte ihm im großen Zeh.
"Wir gründen einen Sportverein,
das müsste doch zu machen sein."
Gesagt getan, schon ging es los.
Paul Frank malte Schilder, schön und groß.
Überall klebte man sie an,
dass jeder es auch lesen kann.
Hans Gehrke war im Bund der Dritte,
wohnte schön so in des Ortes Mitte.
So konnte sich jeder melden dort,
der Spaß fand an dem Fußballsport.
Walter Normann hatte Abitur,
er war die richtige Diskussions-Figur.
Und schon beim nächsten Bier sodann
gings an den Gastwirt Christian ran.
Der hat 'ne wunderschöne Wiese,
nichts passt gerade so wie diese.
Sie lag in Meiendorfs Mitte drin,
und sicher ging dort mancher hin.
Den Wirt erfreute diese Wahl,
so wurd' sein Haus gleich Sportlokal.
Doch viele glaubten nicht daran,
dass man hier so was machen kann.
Die "Meiendorfer" waren stur.
"Was Neues hier? Doch nicht die Spur."
Doch unsere Vier, die blieben am Ball,
gaben nicht auf so Knall und Fall.
An einflussreiche Leute trat man ran,
weiht ein sie in den Plan sodann.
Die waren nicht so abgeneigt
und für die Mitarbeit bereit.
Viel Ansehen hatte doch ihr Wort,
man kannte sie ja hier am Ort.
Vom Ortsamt einer, auch von der Polizei,
ein Bauer, ein Lehrer, ein Tischler dabei.
Schlachter, Bäcker und Gemüsemann,
Kohlen- und Haushaltshändler hängten sich an.
Sie fanden die Idee der Vier sehr gut
und machten Ihnen auch viel Mut.
Im Sommer'49 sollt's soweit sein,
da war's dann ein eingetragener Verein.
"Meiendorfer Sportverein" so wurd'er genannt,
und war bald bei Jung und Alt bekannt.
Ein großes Stück Arbeit nun begann,
und alle packten hilfreich mit an.
Aus einem Acker, der früher bestellt,
wurde nun unser Fußballfeld.
Ein jeder machte kräftig mit.
So ging es vorwärts, Schritt für Schritt.
Umkleiden und Waschen ohne Komfort,
dabei man draußen oft kräftig fror.
Werner Ruge war Vorsitzender für ein Jahr.
Danach W.0. von Rautenkranz dran war.
Im zweiten Jahr war es geschafft:
alle Sparten holten die Meisterschaft.
Handball, Fußball und Tischtennis für Jedermann,
das lockte die Jugend in Meiendorf an.
Und ging es manchmal auf Auswärtstour,
im LKW von Kurt Dassau man dorthin fuhr.
Und nach dem Spiel, da feierten wir
mit Erbsensuppe und Stiefelbier.
Alle hatten Spaß und Freue,
doch es gab auch Krach und Leid.
Im Vorstand wollte es nicht recht klappen,
da ging es abwärts in Etappen.
Als Karl-Heinz Petzoldt sich drum bemühte,
begann 1962 die neue Blüte

Soweit unser verstorbenes Ehrenmitglied Rudi Joschko

50 Jahre Meiendorfer Sportverein - Geschichte

Zum 50 jährigen Bestehen unseres Vereins haben sich einige Meiendorfer Sportvereinsangehörige oder welche, die es einmal waren und die sich an die Gründerzeit des MSV erinnern konnten, mit dem derzeitigen 1.Vorsitzenden, Karl-Heinz Kause, zusammengesetzt und versucht, Erinnerungen wachzurufen und eine Art Chronik zu erstellen, in der aus unserer Sicht bedeutende Vorkommnisse aufgehstet wurden. Heute noch aktive Sportler oder Abteilungsleiter haben ebenso dazu beigetragen, den Verein aus heutiger Sicht zu schildern. Ganz besonders dankbar sind wir hierbei Harry Gigar, der seit dem 16.9.1965 Mitglied in unserem Verein ist, als Knabenspieler mit dem Fußball begonnen hat, über die Ligamannschaft, der er viele Jahre angehört hat, zur Schiedsrichterei kam und es dort bis zum Bundesliga-Linienrichter und Zweitliga-Schiedsrichter brachte und der über ein Archiv verfügt, das wohl seinesgleichen sucht und der uns neben den Fußballberichten ab etwa 1960 viele Bilder und Zeitungsberichte zur Verfügung stellen konnte.Bei der Suche nach Berichten aus der Vergangenheit schien es zunächst so, als ob wir kaum fündig werden würden. Geschichte und Geschichten unseres Vereins wurden aufgezeichnet und dann doch wieder verworfen, berichtigt und neu verfasst, bis diese Chronik entstanden ist, die nicht das Recht in Anspruch nehmen will, vollkommen zu sein. Sie kann dies nicht sein, weil viele Erinnerungen verwischt sind und jeder die Vergangenheit aus seiner Sicht sieht. Nach der Gründung des Vereins konnte der Sportbetrieb beginnen. Als Neulinge mussten alle Mannschaften in den untersten Spielklassen anfangen. Die in der Gründungsversammlung beschlossene Sportkleidung- schwarzes Hemd, schwarze Hose und gelbes Abzeichen mit schwarzen Buchstaben, schwarze Stutzen mit gelben Aufschlägen - wurde abgeleitet von dem Ruf der Meiendorfer Bevölkerung, die als "swatte Meiendörper bezeichnet wurden. Die Farbe unserer Sportkleidung wurde damals von den Verbänden nicht akzeptiert, da die Schiedsrichter zu damaliger Zeit nur in schwarzer Kleidung aufliefen. An anderer Stelle wird aus den einzelnen Abteilungen und Sparten berichtet. Auf den nachfolgenden Seiten sollen Eckdaten des Vereins aufgelistet werden, die es nach unserer Meinung in unserer 50jährigen Geschichte wert waren, genannt zu werden. Im Jahre 1949 war Werner Ruge Ortsdienststellenleiter in Meiendorf. Als solcher hat er entscheidend bei der Gründung des Vereins mitgewirkt und diesen auch im ersten Jahr sei­nes Bestehens als Vorsitzender geführt. In der Mitgliederversammlung am 24. August 1950 legte er sein Amt im Vorstand des MSV nieder. Wilhelm Otto von Rautenkranz wurde von 71 anwesenden Mitgliedern einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Punktspiele wurden in den ersten Jahren im Fußball, Handball und Tischtennis bestritten. Fußball und Handball wurden im Freien, Tisch­tennis zunächst im Volkshaus in Meiendorf gespielt. Der erste Sportplatz befand sich hinter dem Hotel und der Gastwirtschaft "Meiendorfer Park". Mit dem Besitzer des Geländes, Hans Christian, wurde ein Pachtvertrag geschlossen, der allerdings 1955 auslief und nicht verlängert werden sollte, Die scheinbar im Feiern immer sehr aktiven Meiendorfer veranstalteten schon zwei Jahre nach Gründung ihres Sportvereins vom 4. - 12. August 1951 eine Festwoche. Die Festschrift zu dieser Festwoche wurde uns von Herrn Otto Weisener, auf den wir bei den Handball­ Berichten ausführlich zurückkommen, zur Verfügung gestellt. Wir freuen uns hierüber besonders, ist es doch das einzige Dokument außer den Protokollen der Jahreshaupt­versammlungen, die wir aus der Gründerzeit auffinden konnten.

Im Jahre 1954 scheint es im Verein zu einigen Turbulenzen gekommen zu sein. Jedenfalls trat ein sehr verärgerter Wilhelm Otto von Rautenkranz als 1. Vorsitzender am 25.6.1954 zurück. Neuer Vorsitzender wurde Adolf Strubel, der dieses Amt aber nur ein knappes Jahr bekleidete. Am 10.6.1955 teilte er dem Amtsgericht mit, daß er aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt auscheiden müsse. Es gelang den Mitgleidern, Herrn von Rautenkranz neu zu motivieren und am 30.6.1955 wurde er wiederum einstimmig zum Vorsitzenden gewählt.
Da der Pachtvertag für den Sportplatz abgelaufen war, galt es als vordringlichste Aufgabe dem MSV eine neue Heimat zu schaffen. Herr von Rautenkranz nutzte seine guten politischen Verbindungen und erreichte, daß hinter der Schule Deepenhorn auf einer ehemaligen Schuttkuhle ein neuer Sportplatz gebaut wurde. Gleichzeitig wurde hinter der Schule dieHalle Deepenhorn gebaut. Somit hatte der MSV eine Heimat, wo neue Sparten gegründet werden konnten.

Im Jahre 1960 eröffnete das Gasthaus zur Sommerlust und wurde zum neuen Vereinslokal.

Die ersten Spiele auf dem neuen Sportplatz fanden in der Saison 60/61 statt. Anfang 1966 setzten sich die drei Rahlstedter Sportvereine AMTV, MSV und FC Hansa 05 zusammen, um über eine Fusion zu einem Rahlstedter Großverein zu sprechen. Die Gespräche scheiterten jedoch.

Durch die immer stärkere Besiedlung wuchs die Mitgliederzahl ständig. Andere Sportarten meldeten sich. So wurde die zum Beispiel die Leichtathletik Abteilung ins Leben gerufen.

Im Jahre 1974 feierte der MSV sein 25jähriges Bestehen. Es fanden Wettkämpfe, Freundschaftspiele und Vorführungen statt.

74/75 werden vier Abteilungen gegründet: Karate, Volleyball, Badminton und Basketball.
Im November 1975 erwarb der MSV von der Firma OFRA ein aus Raumzellen bestehendes Kindertagesheim und baute daraus ein eigenes Clubheim, das am 7.5.1976 eingeweiht wurde.

Im neuen Club und Jugendheim wurde eine Geschäftstelle eingerichtet.

Im Jahre 1977 wird eine Tanzsport-Abteilung eingerichtet, für die 1980 das Tanzhaus Meiendorfer Weg gekauft wurde.

Das 30jährige Bestehen wurde in einer Sportwoche vom 18.5 bis zum 25.5.1979 gefeiert.

Im MSV tat sich einiges: Eine Flutlicht-Anlage wird errichtet und von 1982 bis 1984 wird das Umkleidehaus mit Sauna und Duschen von drei eifrigen MSVlern errichtet.

1984 wird auf Kosten des MSV in der Pausenhalle Islandstraße ein Parkettfußboden gelegt. Zwei Doppelkegelbahnen zieren seit 1985 das Clubhaus.